Haidemühl ist ein Ort mit ca. 600 Einwohnern im Süden des Landes Brandenburg in Ostdeutschland, der 2006 umgesiedelt wurde. Meine Diplomarbeit beschäftigt sich mit dem Landschaftswandel, der durch intensiven Braunkohletagebau in der Lausitz entstand. Im Zuge der Landinanspruchnahme der Tagebaue werden Dörfer abgebaggert, Menschen umgesiedelt, danach entsteht eine sich neu zu bildende Landschaft in einem deutschlandweit einzigartigen Ausmaß. Durch meine fotografische Arbeit möchte ich einerseits den Zustand im Jahr 2006 aufzeigen, andererseits auch die Probleme durch den Wandel vor Ort reflektieren. Als Präsentationsform meiner 47 Fotografien habe ich ein Buch gewählt, das die vielfältig bearbeiteten Aspekte des Themas zusammenführen und zu einem Gesamtbild vereinen soll. Daraus zeige ich hier herausgegriffen die Fotografien (alle 4x5'' Großformat) des fünften Buchkapitels.

Wo sind die Lausitzer Orte geblieben, die dem Braunkohletagebau weichen mussten? An welchem Platz war früher welches Haus? Ob wohl hier eine Hausmauer den heute so weitläufigen Blick versperrte? Wie lässt sich das heute noch nachvollziehen? Wie und wo sind in dieser erst kürzlich entstandenen Landschaft die schon fast vergessenen Ortsnamen wie zum Beispiel Stradow, Sorno oder Rosendorf zu orten?

Mit dem Abbaggern der Dörfer sind alle Zeugnisse der Vergangenheit verschwunden. Wo andernorts die Geschichte unter den Häusern noch schlummert, befindet sich in der Tagebaufolgelandschaft nichts mehr. Einzige Orientierungsmarkierungen in der
sonst sehr gleichförmigen Landschaft sind die vor Ort gefundenen einzelnen Objekte, wie z.B. ein Holzkreuz, eine Baggerschaufel oder eine Kartografierungsmarkierung.